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ROBERT LOUIS STEVENSON

ROBERT LOUIS STEVENSON, ist für mich einer der wunderbarsten Erzähler der vorvorherigen Jahrhundert und ich habe fast alle Geschichten dieses Autoren verschlungen und immer wieder könnte ich meine Lieblings-Erzählungen noch mal neu illustrieren, dass schlimme ist, dass dann genau ein illustriertes Buch raus kam und die Verlage entweder nicht geantwortet, bzw. abgelehnt haben.
Irgendwann gibt man einfach auf und kümmert sich um den täglichen Kampf und nicht um die Träume, was natürlich sehr schade ist, das Leben ist eben kein Paradies.
Ich behaupte aber, dass jede Generation, die Schatzinsel, der Flaschenteufel, Dr. Jekyll und Mr. Hyde, also alle Geschichten von diesem Autoren verdient hat, der leider zu früh, mit 44 Jahren auf Samoa gestorben ist…

THE MERRY MEN
DIE TOLLEN MÄNNER
dietollenmänner-02-Kopiedietollenmänner-03dietollenmänner-02dietollenmännerrls-vignettedietollenmänner-01Schottland im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts: Der Ich-Erzähler Charles Darnaway hat an der Universität Edinburgh bei dem Historiker William Robertson studiert. In alten Archivalien ist er auf Hinweise auf eines der Schiffe der Spanischen Armada gestoßen, die im August 1588 nach der Niederlage in der entscheidenden Seeschlacht gegen die Flotte Englands über die Nordsee zerstreut wurden und schließlich spurlos verschwanden. Er schlussfolgert, dass sich das Wrack der „Espirito Santo“ mitsamt ihrem Goldschatz auf dem Meeresgrund vor der Hebrideninsel Aros befinden muss, auf der sein Onkel Gordon und seine Base Mary einen ärmlichen Hof bewirtschaften. Im Sommer macht er sich auf die Reise dorthin und erkennt das Innere des Bauernhauses kaum wieder: es ist bis unters Dach gefüllt mit fremden Kostbarkeiten. Mary erzählt von einem bedauerlichen Schiffbruch, kann aber nichts Genaues über die Herkunft des Strandguts sagen. Onkel Gordon setzt den Neffen ins Bild. Vor ein paar Monaten, genauer, am 10. Februar, sei ganz in der Nähe die Brigg „Christ-Anna“ bei Hochflut in den „Totentanz“ der „tollen Männer“ geraten und hernach vor Ort gestrandet. Die „tollen Männer“ sind gewaltige verwirbelte Sturzbrecher, die zwischen den der Insel vorgelagerten Felsen bei anstürmender Brandung mit mächtigen furchtbaren Stimmen aufbrausen und ein Schiff mit Mann und Maus in ihren Strudel hinabziehen können. Als Charles den Onkel nach Überlebenden der Schiffskatastrophe fragt, bekommt er ausweichende Antwort.
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An der Stelle, wo er das Wrack vermutet, findet Charles bei einem ersten Tauchgang eine Schuhschnalle, beim zweiten einen menschlichen Beinknochen, außerdem entdeckt er an der Küste ein frisches Grab und mutmaßt, dass es sich um das Grab eines Seemanns der Christ-Anna handelt, der den Schiffbruch im Februar überlebt hat, aber von Strandräubern, wahrscheinlich also von Onkel Gordon selbst, ermordet wurde. Entsetzt von diesen bösen Vorzeichen, aber auch eines aufkommenden Sturmes wegen muss der Schatzsucher die Unternehmung abbrechen. In dem stürmischen Gewässer ist offenbar auch noch eine fremde Bootsbesatzung auf Goldsuche unterwegs. Charles muss zusehen, wie das Boot im Sturm untergeht, ebenso sein Onkel Gordon; dieser genießt den Todeskampf der Besatzung von der felsigen Steilküste aus mit „wollüstiger Kennermiene“. Nach dem „grauenvollen Schauspiel“ stellt Charles den Onkel am oben genannten frischen Grab zur Rede und bezichtigt ihn in einer erbarmungslosen Moralpredigt des Mordes aus Habgier. In dem Moment erscheint auf dem Kajütdach des gescheiterten Bootes plötzlich ein schwarzer Mann. Den Anblick erträgt Onkel Gordon nicht, offenbar meint er, es sei der Geist des Ermordeten, wenn nicht der Teufel selbst; er tobt, augenscheinlich wahnsinnig, und nimmt Reißaus. An der verhängnisvollen Suche nach dem Geisteskranken beteiligt sich auch der dunkelhäutige Schiffbrüchige, der sich als Mensch aus Fleisch und Blut erwiesen hat. Er jagt hinter Gordon Darnaway her, weil er den Kranken einfangen will, doch beide stürzen über die Steilküste in den Tod. Charles nennt das Ende des Onkels ein „seltsames Gottesurteil“.
Auszug aus WIKIPEDIA
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CHARLES DARNAWAY
„Tastendes Zwielicht wechselte mit der tiefsten Finsternis, ohne dass man die Ursache hierfür aus den sausenden Schrecken des Himmels herauszulesen vermochte. Der Sturm sog einem den Atem aus den Nüstern; das ganze Himmelsgewölbe glich einem einzigen, ungeheuren, donnernden Segel (…) Bald laut, bald leise, wie die Klangsymphonie eines Orchesters, schwoll diese stetige Tonflut. Und hoch über allem Wirrwarr erklangen die wechselnden Stimmen der Roost und das abgerissene Gebrüll der ›Tollen Männer‹. In jener Stunde wurde mir blitzschnell klar, woher diese ihren Namen bezogen. Denn ihr Lärmen, das die anderen Geräusche der Nacht überschrie, erschien mir, wenn nicht gar ausgelassen lustig, so doch von unheimlicher, fast menschlicher Jovialität. Wie eine Schar wilder Männer, die ihren Verstand vertrunken und sich der Macht der Rede begeben haben, ihren Wahnsinn stundenlang in die Nacht hinausschreien, so schrien in meinen Ohren und tollten diese tödlichen Wirbel an Aros vorbei.“rlst11
rlst12rlst13rlst14rlst15GORDON DARNAWAY
„Ja, wenn’s keine Sünde wäre,« entgegnete er, »würd’ ich wohl gar nicht danach fragen. Es ist schierer Trotz, siehst du. In dem Meere dort lebt ein gut Stück von der alten Erbsünde; unchristlich bleibt’s, und wenn man’s noch so milde betrachtet. Wenn es nun gar tobt und der Wind schreit – das Meer und der Wind sind so eine Art Vettern, mein ich, – und die ›Tollen Männer‹, die verrückten Burschen, brüllen und lachen, und die armen Seelen so die liebe lange Nacht da draußen in der Öde auf ihren Nussschälchen gegen den Tod ankämpfen – ja dann kommt’s über mich wie Besessenheit. Ich bin ein Teufel, ich weiß es. An die armen Schifferleute denk ich gar nicht; ich bin für das Meer, ich bin wie einer seiner eigensten ›Tollen Männer‹
Auszug aus R.L.S. DIE TOLLEN MÄNNER

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